Reportage & Interview | 05.02.2026

Impulsgeberin für eine Branche im Wandel

Markus Tischberger Projektleiter der Intergastra Markus Tischberger, Projektleiter der Intergastra / Foto: Messe Stuttgart

Fachkräftemangel, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und neue Gästebedürfnisse prägen das Gastgewerbe. Im Interview erläutert Intergastra-Projektleiter Markus Tischberger, welche Rolle die Messe 2026 in diesem anspruchsvollen Umfeld übernimmt, welche inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt werden — und warum persönlicher Austausch, tragfähige Konzepte und der Mensch als Innovationstreiber im Mittelpunkt stehen.

Herr Tischberger, das Gastgewerbe befindet sich weiterhin in einem anspruchsvollen Umfeld. Welche Rolle übernimmt die Intergastra 2026 in dieser Situation?

Die Intergastra versteht sich als Impulsgeberin für die gesamte Branche. Wir bringen Menschen, Ideen und Lösungen zusammen — über alle Bereiche des Gastgewerbes hinweg. In Zeiten, in denen Betriebe mit Themen wie Fachkräftemangel, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und veränderten Gästebedürfnissen konfrontiert sind, bietet die Intergastra Orientierung, Austausch und konkrete Ansätze, wie die Zukunft aktiv gestaltet werden kann.

Welche Stimmung nehmen Sie aktuell bei Ausstellern und Partnern wahrund wie spiegelt sich diese in der Messe wider?

Die Stimmung ist großartig — endlich wieder Intergastra! Für viele in der Branche ist sie so etwas wie der Neujahrsempfang der Gastronomie und Hotellerie. Mit dem Rückenwind aus Berlin und der Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes auf Speisen spüren wir deutlich eine Aufbruchsstimmung.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte setzen Sie bei der kommenden Intergastra bewusst in den Fokus?

Bei der kommenden Intergastra legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema Gemeinschaftsverpflegung. Hintergrund ist der ab 2026 geltende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung von Kindern — eine Entwicklung, die die Bildungs- und Verpflegungslandschaft in Deutschland nachhaltig prägen wird. Kommunen und Schulen stehen dabei vor der großen Herausforderung, täglich Millionen Kinder gesund, nachhaltig und wirtschaftlich zu versorgen.
Mit dem neuen Schwerpunktbereich „Klasse(n) essen“ – LunchLab für Kita & Schule möchten wir genau hier ansetzen: Wir schaffen eine Plattform, auf der Verantwortungsträgerinnen und -träger aus Kommunen, Schulen und Kitas mit ausstellenden Unternehmen und Praxispartnern in den Dialog treten können. Unser Ziel ist es, praxisnahe, zukunftsfähige Lösungen für die Großverpflegung zu zeigen und gemeinsam Impulse für die Ernährung von morgen zu setzen.

Wo sehen Sie aktuell die größten Innovationsfelder: Technik, Konzepte, Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Prozesse?

Am Anfang steht für mich immer das Konzept. Was ist das Ziel und wie kann ich es erreichen. Mit welcher Technik, mit welchem Prozess? Bei der Beantwortung dieser Frage hilft der Besuch der Intergastra ungemein. Wo sonst kann man sich so einen kompletten und gleichzeitig kompakten Überblick verschaffen? Die neuesten Geräte ausprobieren, im Prozess erleben und gleichzeitig sich vom links und rechts des Messegeschehens inspirieren lassen. Der wichtigste Innovationstreiber ist für mich somit der Mensch.

Wo sehen Sie derzeit die wichtigsten Innovationstreiber für Gastronomie und Hotellerie?

Nachhaltigkeit wird zur klaren Erwartungshaltung von Kunden, Kundinnen und Mitarbeitenden gleichermaßen. Das beginnt bei regionaler und saisonaler Beschaffung, geht über ressourcenschonende Küchenprozesse bis hin zu abfallarmen Betriebsmodellen — und all das wird durch digitale Tools erst mess- und steuerbar.

Die Digitalisierung selbst ist ein zentraler Hebel: datengetriebene Betriebsführung, cloudbasierte Kassensysteme, KI-gestützte Prognosen für Wareneinsatz oder Personaleinsatz verbessern nicht nur Wirtschaftlichkeit, sondern schaffen auch Freiräume für kreative Leistungsangebote.

Ein weiterer Treiber ist die Erlebnisorientierung: Gäste erwarten heute nicht bloß ein Gericht oder eine Übernachtung, sondern ein ganzheitliches Erlebnis.

Kurz gesagt: Die spannendsten Innovationen entstehen dort, wo Effizienz, Nachhaltigkeit und Gastorientierung miteinander verschmelzen — getrieben von technologischer Intelligenz und einem ganzheitlichen Verständnis von Wertschöpfung und Erlebnis.

Fachplaner stehen vor der Aufgabe, wirtschaftliche, technische und nachhaltige Anforderungen zu vereinen. Was bietet die Intergastra dieser Zielgruppe konkret?

Die Intergastra macht komplexe Küchentechnik und Planung greifbar: Fachplaner erleben effiziente Systeme und digitale Prozesse im Einsatz und gewinnen Sicherheit für fundierte Entscheidungen. Gleichzeitig ist sie der Ort des persönlichen Austauschs — für echtes Fachsimpeln, ehrliche Erfahrungen und das familiäre Wiedersehen einer eng vernetzten Branche.

Welche Impulse liefert die Intergastra für den Fachhandel, der vor ähnlichen Veränderungen steht?

Der Küchenfachhandel ist ebenso ein Spiegel der Branche: steigender Wettbewerbsdruck, anspruchsvollere Kunden und immer komplexere Produkte erfordern unternehmerisches Denken und klare Positionierung. Erfolgreich ist heute, wer nicht nur Geräte verkauft, sondern Lösungen, Kompetenz und Vertrauen.

Die Intergastra liefert dafür konkrete Impulse und biete Orientierung und Austausch — mit Herstellern und Kollegen, die ähnliche Herausforderungen meistern. Das stärkt den Unternehmergeist und gibt dem Fachhandel das Selbstvertrauen, die Zukunft aktiv zu gestalten.

Persönlicher Austausch ist ein zentraler Erfolgsfaktor von Fachmessen. Welche Live-Erlebnisse, Events und Networking-Formate wird es auf der Intergastra geben und welche Rolle spielen sie?

Live-Erlebnisse und persönliche Begegnungen sind das Herzstück der Intergastra. Spontane Gespräche auf den Gängen, die Freude des Wiedersehens — das sind Momente, die nur eine Messe in dieser Form ermöglicht und die für mich persönlich immer ein besonderes Highlight darstellen. Gleichzeitig setzen wir gezielt auf Networking-Formate, die nach Interessengruppen strukturiert sind: Der Operatoren-Tag für die Vending-Branche bringt die Community an einem Tag zusammen. Unsere Barista School bietet Hands-on-Formate zum Mitmachen und Lernen. Und in unserer Fokus Hotel-Lobby schaffen wir einen inspirierenden Treffpunkt speziell für die Hotellerie. So verbinden wir persönliche Begegnungen mit fachlich relevantem Austausch — genau dort, wo es für unsere Besucherinnen und Besucher am wertvollsten ist.

Wenn Sie einen Blick in die Zukunft wagen: Wie wird sich das Gastgewerbe in den kommenden Jahren verändern — und welche Aufgabe kommt dabei Messen wie der Intergastra zu?

Das Gastgewerbe wird effizienter, vernetzter und konzeptioneller — bei gleichbleibendem Fokus auf den Menschen. Messen bleiben dabei unverzichtbar, weil sie Orientierung geben, Vertrauen schaffen und den persönlichen Austausch ermöglichen, der echte Zukunftsentscheidungen trägt.

www.intergastra.de

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Das Interview erschient zuerst im Trendkkompass 1/2-2026. Die Fragen stellte Yvonne Ludwig-Alfers, Mitglied der Chefredaktion. Das entsprechende E-Paper finden Sie hier.

 


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