Steigende Energiekosten, wachsender Wettbewerbsdruck und der Wunsch nach nachhaltigen Küchenprozessen beschäftigen die Gastronomie mehr denn je. Gleichzeitig scheuen viele Betriebe notwendige Investitionen, weil Budgets knapp sind und die Förderlandschaft als komplex wahrgenommen wird. Dabei stehen gerade jetzt attraktive Fördermittel zur Verfügung. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) unterstützt kleine und mittlere Unternehmen beim Austausch bestehender Küchentechnik gegen energieeffizientere Lösungen.
Welche Möglichkeiten es konkret gibt, welche Geräte förderfähig sind und warum sich die Investition oftmals gleich mehrfach auszahlt, darüber spricht Trendkompass mit Michaela Jedelhauser, Leitung Marketing & Inside Sales DACH bei Rational.
Trendkompass: Frau Jedelhauser, viele Küchenchefs und Betreiber hören derzeit immer häufiger das Stichwort BAFA-Förderung. Warum ist das Thema gerade jetzt so relevant?
Michaela Jedelhauser: Die Branche steht aktuell vor mehreren Herausforderungen gleichzeitig. Energiekosten bleiben ein bedeutender Kostenfaktor, Fachkräftemangel erfordert effizientere Arbeitsabläufe, und gleichzeitig müssen viele Betriebe ihre Investitionen sorgfältig priorisieren. Genau diese Herausforderungen wurden auch im Kitchen Barometer bestätigt, einer aktuellen Statista-Umfrage im Auftrag von Rational, die die Sorgen, aber auch Lösungsansätze vieler Küchenverantwortlicher deutlich macht.
Genau an dieser Stelle können Förderprogramme einen wichtigen Beitrag leisten. Sie unterstützen Unternehmen dabei, notwendige Modernisierungen nicht aufzuschieben, sondern wirtschaftlich sinnvoll umzusetzen. Wer heute ältere Küchentechnik gegen moderne, energieeffiziente Lösungen austauscht, kann von staatlichen Zuschüssen profitieren und gleichzeitig langfristig Betriebskosten senken.
Aus meiner Sicht ist die BAFA-Förderung deshalb weit mehr als ein finanzieller Zuschuss. Sie ermöglicht vielen Betrieben überhaupt erst den Einstieg in einen Modernisierungsprozess, der sich anschließend über Jahre hinweg positiv auf Energieverbrauch, Produktivität und Arbeitsbedingungen auswirken kann.
Trendkompass: Viele Betreiber verbinden Förderprogramme mit komplizierten Formularen und hohem Bürokratieaufwand. Ist diese Sorge berechtigt?
Michaela Jedelhauser: Teilweise ja. Förderprogramme sind an klare Voraussetzungen geknüpft, und das hat einen guten Grund: Es handelt sich um öffentliche Mittel, deren Einsatz nachvollziehbar dokumentiert werden muss.
In der Praxis haben wir allerdings festgestellt, dass nicht die Förderbedingungen selbst die größte Hürde darstellen, sondern die Vielzahl an Nachweisen, Formularen und Prozessschritten. Viele Gastronomen haben weder die Zeit noch die personellen Ressourcen, sich intensiv mit Förderregularien auseinanderzusetzen.
Genau deshalb haben wir nach einer Lösung gesucht, die es unseren Kunden möglichst einfach macht. Unser Ziel war es von Anfang an, den Prozess nicht nur transparent zu erklären, sondern Kunden aktiv bei der Umsetzung zu unterstützen.
Trendkompass: Wie sieht diese Unterstützung konkret aus?
Michaela Jedelhauser: Wir arbeiten mit spezialisierten Fördermittel- und Energieeffizienzexperten zusammen, die unsere Kunden durch den gesamten Prozess begleiten. Das beginnt mit einer unverbindlichen Prüfung der Förderfähigkeit und reicht bis zur finalen Dokumentation gegenüber den Behörden.
Der Kunde muss also nicht selbst nach geeigneten Energieberatern suchen oder herausfinden, welche Unterlagen benötigt werden. Stattdessen erhält er professionelle Unterstützung aus einer Hand. Diese Begleitung schafft Sicherheit. Viele Kunden sagen uns anschließend, dass sie ohne diese Unterstützung vermutlich gar keinen Antrag gestellt hätten.
Trendkompass: Bevor wir über die Antragstellung sprechen: Welche Fördermöglichkeiten gibt es überhaupt?
Michaela Jedelhauser: Grundsätzlich unterscheiden wir in der Praxis vor allem zwei relevante Förderszenarien. Die erste Möglichkeit betrifft den Austausch eines bestehenden elektrischen Geräts gegen ein neues, nachweislich energieeffizienteres Elektrogerät. Dabei sind Zuschüsse von bis zu 15 Prozent für kleine Unternehmen beziehungsweise 10 Prozent für mittlere Unternehmen möglich. Voraussetzung ist unter anderem eine bestimmte Mindestinvestitionssumme.
Die zweite Möglichkeit ist besonders interessant: Wenn ein fossil betriebenes Gerät, beispielsweise ein Gasgerät, durch moderne Elektrotechnik ersetzt wird, können kleine Unternehmen deutlich höhere Zuschüsse erhalten. Hier sind Förderquoten von bis zu 33 Prozent möglich.
Gerade in Zeiten steigender Anforderungen an Energieeffizienz ist das für viele Küchen ein sehr attraktiver Ansatz.
Trendkompass: Welche Kochsysteme von Rational kommen dabei infrage?
Michaela Jedelhauser: Grundsätzlich gibt es für alle Rational-Kochsysteme passende Fördermöglichkeiten. Dazu zählen der iCombi, iHexagon sowie das iVario. Welche Förderung konkret infrage kommt, hängt jedoch nicht in erster Linie vom Neugerät ab, sondern von der vorhandenen Bestandsküche und den jeweiligen Fördervoraussetzungen.
Beim Austausch eines bestehenden Elektrogeräts gegen ein neues, energieeffizienteres Elektrogerät greifen die Fördermöglichkeiten aus dem BAFA-Modul 4. Hier kommt es darauf an, ob das Gerät einer förderfähigen Anlagenkategorie zugeordnet werden kann. Für unsere Kochsysteme relevant ist insbesondere die Anlagenkategorie „elektrisch betriebene Backöfen für Lebensmittel“. In diesem Rahmen können der iCombi und der iHexagon förderfähig sein, sofern die weiteren Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Kleine Unternehmen können dabei einen Zuschuss von 15 Prozent, mittlere Unternehmen von 10 Prozent der förderfähigen Investitionskosten erhalten. Die Mindestinvestitionssumme beträgt 10.000 Euro.
Anders verhält es sich beim BAFA-Modul 6. Hier steht die Elektrifizierung kleiner Unternehmen im Fokus. Gefördert wird der Austausch eines fossil betriebenen Bestandsgeräts, beispielsweise eines Gasgeräts, gegen moderne elektrische Kochtechnik. Anders als im Modul 4 gibt es dabei keine Zuordnung zu einzelnen Anlagenkategorien. Entscheidend ist vielmehr der Wechsel von fossiler auf elektrische Energie. In diesem Förderweg können iCombi, iHexagon und iVario berücksichtigt werden. Kleine Unternehmen erhalten hierbei einen Zuschuss von bis zu 33 Prozent der förderfähigen Investitionskosten. Die Mindestinvestition liegt bei 2.000 Euro.
Deshalb empfehlen wir grundsätzlich eine individuelle Prüfung jedes Projekts. Oft lässt sich bereits anhand weniger Angaben zum vorhandenen Altgerät feststellen, welcher Förderweg infrage kommt und welches Förderpotenzial genutzt werden kann. Gleichzeitig erhalten die Kunden frühzeitig Klarheit darüber, welche Nachweise benötigt werden und wie hoch die mögliche Förderung ausfallen kann.
Trendkompass: Warum fördert der Staat überhaupt den Austausch von Küchentechnik?
Michaela Jedelhauser: Das übergeordnete Ziel ist die Reduzierung von Energie- und Ressourcenverbräuchen. Moderne Küchentechnik arbeitet heute deutlich effizienter als viele Gerätegenerationen vergangener Jahrzehnte.
Dabei geht es nicht nur um den reinen Stromverbrauch. Viel wichtiger ist die Betrachtung des gesamten Küchenprozesses. Moderne Systeme können Wärme gezielter nutzen, Garvorgänge automatisieren, Leerlaufzeiten reduzieren und oftmals auch Wasser einsparen. Der Staat schafft mit Förderprogrammen einen Anreiz, solche Investitionen früher umzusetzen und dadurch einen Beitrag zu den übergeordneten Energie- und Klimazielen zu leisten.
Trendkompass: Sie sprechen von Energieeinsparungen. Gibt es dazu konkrete Erkenntnisse?
Michaela Jedelhauser: Ja. Besonders spannend sind dabei unabhängige Untersuchungen aus der Praxis. Eine wissenschaftlich begleitete Studie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf hat gezeigt, dass moderne Küchentechnologie erhebliche Einsparpotenziale ermöglichen kann.
Dabei wurden unter anderem deutliche Reduktionen beim Energie- und Wasserverbrauch festgestellt. Gleichzeitig konnten Verbesserungen bei Speisenqualität und Arbeitsbedingungen beobachtet werden.
Das zeigt sehr eindrucksvoll, dass Energieeffizienz und Küchenleistung keineswegs Gegensätze sind. Im Gegenteil: Moderne Technologie kann beide Ziele gleichzeitig unterstützen.
Trendkompass: Welche Unterlagen benötigen Interessenten für den BAFA-Antrag typischerweise?
Michaela Jedelhauser: Das ist einfacher, als viele zunächst vermuten. Interessierte Betriebe können sich zunächst ganz unkompliziert an unsere Fördermittelexperten wenden. Für eine erste Prüfung genügt in der Regel eine formlose Anfrage mit den wichtigsten Informationen zum Unternehmen, einem Angebot des Rational-Fachhändlers für das gewünschte Neugerät, Angaben zum vorhandenen Altgerät sowie Informationen zur Unternehmensgröße. Auf Basis dieser Unterlagen prüfen die Fördermittelexperten die grundsätzliche Förderfähigkeit und geben eine erste Einschätzung, welcher Förderweg infrage kommt. Das ist für den Kunden unverbindlich und schafft schnell Klarheit darüber, ob und in welcher Höhe eine Förderung möglich sein könnte. Anschließend begleiten die Experten bei Bedarf durch die weiteren Schritte des Förderprozesses und unterstützen bei den erforderlichen Nachweisen und Anträgen.
Trendkompass: Wie lange dauert ein solcher Förderprozess in der Praxis?
Michaela Jedelhauser: Natürlich ist jeder Einzelfall individuell zu betrachten. Nach unseren bisherigen Erfahrungen erhalten Kunden häufig innerhalb weniger Wochen eine Rückmeldung der BAFA zum Antrag. Nach Abschluss aller Schritte erfolgt anschließend die Auszahlung der Fördermittel.
Der wichtigste Punkt ist: Erst die Förderung beantragen und bewilligen lassen, dann das neue Gerät kaufen. Wer die Investition bereits vor der Bewilligung tätigt, riskiert den Förderanspruch.
Trendkompass: Kritiker sagen manchmal, Förderprogramme würden Investitionen künstlich attraktiv machen. Wie sehen Sie das?
Michaela Jedelhauser: Ich sehe das anders. Die meisten Küchen investieren nicht, weil eine Förderung existiert. Sie investieren, weil ihre Technik modernisiert werden muss oder sie ihre Prozesse verbessern möchten.
Die Förderung sorgt vielmehr dafür, dass wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen schneller umgesetzt werden können. Sie reduziert die finanzielle Hürde und beschleunigt die Transformation zu effizienteren Prozessen. Am Ende entscheidet immer der tatsächliche Nutzen der Investition. Fördermittel können diesen Nutzen ergänzen, aber niemals ersetzen.
Trendkompass: Was würden Sie einem Gastronomen sagen, der noch unschlüssig ist?
Michaela Jedelhauser: Ich würde empfehlen, den Blick nicht nur auf den Anschaffungspreis zu richten. Entscheidend sind die Gesamtkosten über die gesamte Nutzungsdauer hinweg.
Wenn moderne Technik Energie spart, Prozesse vereinfacht, Qualität absichert und gleichzeitig ein Teil der Investition gefördert wird, entsteht oft ein sehr überzeugendes Gesamtbild. Viele Betreiber sind überrascht, wie schnell sich die Wirtschaftlichkeit einer Modernisierung darstellen lässt, wenn man alle Faktoren berücksichtigt.
Trendkompass: Blicken wir zum Abschluss nach vorne: Welche Bedeutung werden Förderprogramme künftig haben?
Michaela Jedelhauser: Ich gehe davon aus, dass Effizienz, Ressourcenschonung und Wirtschaftlichkeit weiter an Bedeutung gewinnen werden. Gleichzeitig wächst der Druck auf Unternehmen, nachhaltig zu handeln und dennoch profitabel zu bleiben.
Förderprogramme können dabei ein wichtiger Baustein sein. Sie helfen, Investitionen zu beschleunigen und Innovationen schneller in die Praxis zu bringen.
Für uns steht dabei immer der konkrete Kundennutzen im Mittelpunkt. Fördermittel sind kein Selbstzweck. Sie sollen Kunden dabei unterstützen, bessere wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen und gleichzeitig nachhaltiger zu arbeiten.
