Über 250 Branchen-Verantwortliche trafen sich jetzt zum ausgiebigen Fachsimpeln und Netzwerken bei der Hupfer Pop-up Expo. Im fünften Jahr ging das erfolgreiche Branchenformat erstmals auf Tour, Gastgeber war die Hupfer-Schwester Rüther in Eslohe. Einige der Top-Acts: ein Pre-Launch für Chill & Cook inklusive Verkostung, der Besuch einer Klinikumsgastronomie, dazu kreisende Roboter und KI-Diskussionen.
Kurz zuvor noch Produktionshalle von Rüther, hatte sie sich nun in eine kommunikativ-stylishe Industrial Area verwandelt: vielfältige Themeninseln, Speaker-Bühne, Meetingpoints, Outdoor-Foodcourt und Live-Einblicke in angrenzende Produktionshallen. Der Ortswechsel war bewusst gewählt. „Wir wollen dem Branchenformat neuen Schwung geben und einen tieferen Einblick in die weiteren Unternehmen der Hupfer Gruppe bieten“, begrüßte Hupfer-Geschäftsführer Marc Reichling bei bestem Wetter die von weither angereisten Gäste. Der Wunsch der Veranstalter: „Nutzen Sie den Tag für das Wichtigste: Netzwerken.“ Für Impulse und Deep-Dive-Diskussionen sorgte das dicht gepackte Line-up: acht Themeninseln mit Impulsvorträgen, Live-Demos und Verkostungen, Werksführungen, garniert wie immer mit einer Keynote. In diesem Jahr zog Transformationsexperte Dirk Rosomm alle in den Bann. Von der Unternehmensgruppe präsentierten sich Menü Mobil, Rüther und Hupfer. In deren Themenkonzepte einbezogen waren Giobotics, Weslink, Cool Compact und Melitta Professional.
Premiere: Kalthalten & Fertiggaren in einem Gerät
Es hat Tradition: Gäste der Pop-up-Expo erhalten als Erste Einblicke in ein neues Produkt im Feldtest für und mit Kunden. Das Thema des diesjährigen Pre-Launches: Wie kommt gutes Essen auch gut zum Gast? Es ist die Gretchenfrage schlechthin, die Caterer oder Inhouse-Speisenverteiler umtreibt. Hupfer hat nun in einem langjährigen Projekt mit einem Caterer als Validierungspartner das Thema neu gedacht. Das Ergebnis: eine mobile Technik, die nicht nur kalt hält, sondern just in time vor Ort alles fertiggart, und das auf den Punkt und vollautomatisch: die Isobox Chicoo. Anna Kettermann und Florian Schneider von Hupfer demonstrierten viele qualitätssichernde Details: etwa KI-gesteuerte Garprozesse, automatische Steuerungen auch für Laien intuitiv abrufbar, dazu vollvernetzt dank Digitalsteuerung von Kibi. Bis zu 140 Portionen lassen sich in einem Gerät kalthalten und bedarfsgerecht fertiggaren. Die anschließende Verkostung mit Koch Philipp Kleideiter überzeugte – die Speisen sahen aus wie frisch gekocht: bissfestes und farblich schönes Gemüse, zartes Sous vide-gegartes Fleisch oder ein Kartoffelpüree („sonst der Alptraum eines jeden Kochs beim Regenerieren – oben Haut, unten angebrannt“, so eine Fachbesucherin).
Unfallfrei durchs Heim
Was haben Heizungen in Speisetransportwagen mit Stürzen von Bewohnern und Personal im Heim zu tun? Nachdenkliches dazu gab es in einem Überblick von Care-Spezialist Christoph Maier von Hupfer. Prävention von Unfällen ist in Heimen ein großes Thema, vieles sorgt für Sicherheit. Doch bei aller Vorsicht: Im hektischen Arbeitsalltag geht schon mal was daneben. So werden nass beheizte Speisetransportwagen immer mal wieder über die Wasserlinie hinaus befüllt – unterwegs schwappt es dann auf den Fluren der Heimbewohner – Rutschalarm! Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann auf die neuartigen, trocken beheizten Speiseausgabewagen zurückgreifen. Maier verwies auf weitere Vorteile für das Team und die Wirtschaftlichkeit – es lohnt sich auch aus ergonomischer und nachhaltiger Sicht, auf Wasserbäder, deren Transport und Reinigung zu verzichten.
Sonderbau ist Kommunikation
Bei Rüther sind die Spezialisten für Speiseausgaben und Möbel am Werke – das demonstrierten sie auf der Pop-up-Expo nicht nur in der Werksführung. Michael Kremer von Rüther gab in einem Workshop für Planende Einblicke in die mittlerweile durchgängige 3D-CAD-Planung von Speiseausgaben. Sie bietet zuverlässige Unterlagen für Planer, Produktion und Endmontage. In Kombination mit einem 3D-Laseraufmaß bietet sie höchste Präzision und vermeidet teure Planungsfehler. In der angeregten Diskussion zeigte sich: Der Sonderbau von Speiseausgaben verlangt nicht nur ein tiefes Verständnis, sondern auch eine intensive Diskussion mit allen Beteiligten.
Lukas Gödde von Rüther wandelte in seinem Impulsvortrag detailsicher durch die Vielfalt an Materialien für Speiseausgaben aller Art und zeigte, wo was sinnvoll ist. Diverse Glasarten, Holzplatten, Kunststeine, Natursteine, ob weich, ob kratzfest oder unempfindlich gegen Wärme, Rotwein oder Schüler - alles ist möglich. Das Know-how um die richtige Auswahl für Zielgruppe und Zweck bringen am Ende Langlebigkeit, Hygiene und lange Freude am schicken Design.
Speisen kühlen - nicht das Team
Gleich zwei Themeninseln befassten sich mit einem Topic, das in der Praxis doch manchmal unter dem Radar läuft: die durchgehende Kühlkette von maximal sieben Grad Celsius bei der Portionierung und in der Speisenausgabe. Patrick Schwarz und Holger Michels von Hupfer präsentierten für den Klinikbereich Lösungen für mehr Sicherheit. Nicht der ganze Raum wird gekühlt (und damit das Personal gleich mit), sondern ganz gezielt die Speisen im Prozess. Dahinter verbirgt sich das gut ausgetüftelte Plug & Cool-System mit individuellen Modulen.
Daniel Wiechers von Hupfer erläuterte, worauf es bei der hygienischeren Lagerung in Speiseausgaben ankommt. Im Fokus und als Tipp: ein durchgehendes Monitoring, das im Hintergrund mitläuft. Eine digital-automatisierte Erfassung der Kalttemperaturen mittels Kibi Scada bringt nicht nur Transparenz in den Prozess, etwa eine frühzeitige Warnung zu einem beginnenden Temperaturabfall. Die Techniken lassen sich mittels Vernetzung auch aktiv ansteuern, ganz nach Bedarf, so dass weder zu wenig noch zu viel Energie in das Kalthalten fließt.
KI – unsere Talente verzehnfachen
„Stell`Dir vor, Du bleibst wie Du bist. Dann verlierst Du an Wert.“ Keynote-Speaker Dirk Rosomm kitzelte sein Publikum immer wieder mit Thesen wie diese. Der Experte und Berater für Transformationsprozesse mit und ohne KI mahnte: Künstliche Intelligenz lässt sich nicht aussitzen, sie bleibt - to big to ignore. Wir müssen uns also anpassen, teils neu erfinden, in einer Schnelligkeit, die uns zunächst überfordern mag. Hilfreich dabei sei das Mindset – wie im Silicon Valley: Die zwei relevanten Fragen dort: Wie kann ich Aversionsjobs an die KI delegieren? Und wie kann sie meine Talente verzehnfachen? Bei diesem Lernprozess ist Kreativität die hilfreichste Eigenschaft. Rosomm lud sein Publikum ein, einfach mit KI zu interagieren, sie um Hilfe zu bitten – einige Demos wie die Kreation einer intelligenten Speisenausgabe waren fix und verblüffend. Sein Mutmacher zum Schluss: KI schafft Freiräume, mehr Zeit für Gemeinschaft – wie auch die auf der Hupfer Pop-up Expo.
Fazit: Auch ein erfolgreiches Format muss immer wieder neue Impulse setzen -– der Locationwechsel mit weiteren fachlichen Topics brachte trotz tropischer Temperaturen frischen Wind ins Event. Wo die Pop-up Expo dann im nächsten Jahr ihre Zelte aufschlägt, verriet Marc Reichling noch nicht, nur so viel: „Dieses Format macht einfach Spaß – und eine Fortsetzung ist versprochen.“ Und weiter: „Wir freuen uns sehr auf den weiteren Austausch mit allen Akteuren und Kunden.“
Effizienz trifft Speisenqualität
Interessante Einblicke hinter die Kulissen der Klinikumsgastronomie bot eine exklusive Führung am Vortag der Hupfer Pop-up Expo: Das Alexianer Klinikum Hochsauerland in Meschede öffnete seinen Türen und präsentierte seine neue Speisenverteilung und die Großküche.
Vor vier Jahren hatte man die Produktion für vier Standorte zentralisiert (Planung und Ausstattung: Maiworm Großküchentechnik), von Cook & Serve auf Cook & Chill umgestellt. Küchenchefin Susanna Rehwoldt und ihr Stellvertreter Oliver Stark nahmen sich Zeit, um den Besuchern die neuen Prozesse darzustellen – mitsamt überzeugender Verkostung. Bis zu 1.500 Patienten und Mitarbeiter werden von hier aus täglich verpflegt. In der Speisenverteilung hat man sich für Induktionstransportwagen (Menü Mobil) entschieden, das Kalthalten läuft über die energieeffiziente und praktikable Scherbeneiskühlung (Menü Mobil/Hupfer). Speziell für die Klinik wurde hier das so genannte Wahlleistungstablett entwickelt, als EN-Tablett mit doppelter Fläche und passgenauen Induktions-Flächen für die Warmspeisen, alles für eine höhere Speisenvielfalt im Wahlleistungsbereich. Dieses EN-Tablett – ebenfalls ein Novum – geht im Mix mit den herkömmlichen ½ EN-Tabletts im Transportwagen auf die Reise. Die Verteilung läuft über einen Bandtransport, an dem die bereitgestellten Speisen gekühlt werden, mittels des flexibel-modularen Systems Plug & Cool (Hupfer). Für mehr Effizienz in der Verteilung sorgt zudem die Umstellung auf das PN-Geschirr, das dank seiner Stapelfähigkeit und Kompatibilität untereinander deutlich Fläche spart und Geschirrstapler (Hupfer) effizienter nutzt.
