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Management & Organisation | 24.03.2020

Rational verzichtet auf Prognose

Rational Standort Landsberg am Lech Die beiden Produktionsstätten von Rational in Landsberg am Lech (im Bild) und in Wittenheim halten ihre Produktion aufrecht / Foto: Rational

Im Jahr 2019 verzeichnete die Rational AG ein Umsatzwachstum von acht Prozent und somit ein erneut erfolgreiches Geschäftsjahr. Aufgrund der Coronakrise nimmt man nun die Prognose für 2020 zurück; einige Rational-Kunden treffen die Vorsichtsmaßnahmen hart. Dennoch schätzt die Unternehmensleitung die langfristigen Aussichten als unverändert positiv ein.

Erfolgreiches Geschäftsjahr

Im Geschäftsjahr 2019 steigerte Rational die Umsatzerlöse um acht Prozent beziehungsweise 66 Millionen Euro auf 844 Millionen Euro. In der Produktgruppe Kombidämpfer konnte der Umsatz um acht Prozent gesteigert werden. Die Produktgruppe VarioCookingCenter wuchs um 13 Prozent.

Asien war mit einer Steigerungsrate von 14 Prozent ein wesentlicher Wachstumstreiber, ebenso trug Nordamerika mit einer Steigerung von elf Prozent überproportional zum Wachstum bei. Die Stärke einiger Fremdwährungen, insbesondere des US-Dollar, wirkten umsatzerhöhend. Währungsneutral lag das Wachstum bei knapp sieben Prozent.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei 223 Millionen Euro (Vorjahr 205 Millionen Euro) und die EBIT-Marge bei 26,5 Prozent (Vorjahr 26,4 Prozent). Die Herstellkosten und operativen Kosten stiegen 2019 leicht unterproportional zu den Umsatzerlösen. Währungsneutral lag die EBIT-Marge bei knapp 26 Prozent.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat Rational weltweit 145 neue Stellen geschaffen. Mit knapp 40 Millionen Euro lagen die Investitionen 2019 auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

Coronavirus-Vorsichtsmaßnahmen treffen einige Kunden hart

Die negativen Auswirkungen des Coronavirus auf die Wirtschaft und die Bevölkerung haben sich seit der Ad-hoc-Mitteilung vom 10. März 2020 drastisch verschärft. Behördliche Vorsichtsmaßnahmen, Reiseverbote und Ausgangssperren verhindern oder erschweren den Betrieb von Restaurants, Hotels oder Schulen. „Der wirtschaftliche Schaden für einen Teil unserer Endkunden ist enorm. Die bekanntermaßen niedrige Bonität der Gastrobranche wird zu Insolvenzen und Betriebsschließungen führen, wenn nicht schnell staatliche Soforthilfe ankommt", so Dr. Peter Stadelmann, Vorstandsvorsitzender der Rational AG. Einige Kettenkunden setzen geplante Beschaffungen von Rational-Produkten aus kaufmännischer Vorsicht bis auf weiteres aus. Andere Kundensegmente wie Krankenhäuser oder Sicherheitsbehörden werden stark gefordert und müssen mehr und länger Menschen verpflegen als normalerweise.

Die Tätigkeit des Rational-Vertriebs wird durch die behördlichen Vorsichtsmaßnahmen stark eingeschränkt. Endkundenbesuche und Produktvorführungen sind physisch nicht mehr möglich und angebracht. Kunden schieben nicht zwingend nötige Investitionen hinaus. Mit vertretbaren und situativen Erleichterungen der Zahlungsbedingungen hilft Rational zuverlässigen Geschäftspartnern. Der hohe Versicherungsgrad von Forderungen bleibt bestehen, die Kreditversicherer bestätigten die Deckung von Forderungsausfällen als Folge der Corona-Krise.

Um die finanzielle Lage des Unternehmens weiterhin robust zu halten, wird konzernweit seit Wochen ein striktes Kostensparprogramm durchgeführt und es herrscht ein Einstellungsstopp. Bei den Personalkosten wird durch Abbau von Resturlaub und Überstunden sowie durch Abbau von Urlaub reagiert. Die Möglichkeiten von Kurzarbeit in Ländern, die dieses Instrument vorsehen, werden geprüft und vorbereitet, um gegebenenfalls ohne Zeitverzug realisiert werden zu können.

Die beiden Produktionsstätten von Rational in Landsberg am Lech und in Wittenheim halten ihre Produktion aufrecht, um Kundenbestellungen termingerecht zu erfüllen. Die Versorgung mit Bauteilen konnte seit dem Ausbruch der Corona-Krise in China mit größtem Einsatz ohne Unterbrechung sichergestellt werden. „Wir sind stolz auf den Einsatz unserer U.i.U., unserer Unternehmer im Unternehmen, die alle tatkräftig mithelfen, dass Rational auch diese schwierige Zeit gut übersteht und wir auch jetzt für unsere Kunden da sind. Ihnen gehört ein großes Dankeschön", betont Stadelmann. An allen Rational Standorten werden die lokalen behördlichen Sicherheitsbestimmungen zur Gesunderhaltung der Mitarbeitenden eingehalten. Bis zum heutigen Tag (24. März) verzeichnet Rational weltweit glücklicherweise keinen Covid-19 positiv getesteten Mitarbeiter.

Prognose für 2020 nicht möglich

In Anbetracht der negativen Entwicklung der letzten beiden Wochen nimmt das Management die Prognose vom 10. März 2020 zurück und gibt aufgrund der Unvorhersagbarkeit des Ausmaßes und des Zeitverlaufs der Corona-Pandemie und der Vorsichtsmaßnahmen keine neue Prognose bekannt.

Langfristige Aussichten werden positiv eingeschätzt

Mittelfristig geht die Unternehmensleitung mit Abflachen der Corona-Effekte von einer Normalisierung der Marktumstände aus und erwartet eine Rückkehr zu einem Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich und eine EBIT-Marge von rund 26 Prozent. Staatliche Investitions- und Hilfsprogramme werden diese Entwicklung fördern. „Unsere Kunden schätzen unsere technologisch führenden Produkte, unseren umfassenden Service und außerordentliche Kundennähe. Zusammen mit dem großen freien Potenzial, vielen immer noch positiven Megatrends und der soliden Bilanzstruktur haben wir beste Voraussetzungen, gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen“, erklärt Stadelmann. Im Vergleich zu vielen Wettbewerbern sieht sich Rational durch die überdurchschnittliche Effizienz und die niedrige Komplexität des Geschäftsmodells besser in der Lage, auf die aktuelle Krise zu reagieren, sie durchzustehen und die sich bietenden Chancen nach einer Normalisierung der Lage daher auch schneller nutzen zu können.

Aus diesen Gründen wird das Unternehmen auch im Jahr 2020 seine langfristigen Initiativen fortsetzen, dies jedoch mit großer Vorsicht und bei Bedarf in angepasster Weise. Ohne Einstellung oder Verzögerung der geplanten Vorhaben erwartet die Unternehmensleitung daher erneut ein Investitionsniveau in Höhe des Vorjahres.

Höhe des Dividendenvorschlags wird überprüft

Vorstand und Aufsichtsrat haben den Dividendenvorschlag in einer ordentlichen Aufsichtsratssitzung Ende Februar 2020 und damit vor dem sprunghaften Anstieg der Corona-Ausbreitung in China, Europa, USA und dem Rest der Welt beschlossen. Aufgrund der unvorhersehbaren und drastischen Veränderung der wirtschaftlichen Lage zahlreicher Kunden in vielen Märkten seit dem 10. März 2020 und deren Auswirkungen auf Rational wird die ursprüngliche Dividenden-Empfehlung von 10,70 Euro je Aktie überprüft. Ein neuer Dividendenvorschlag folgt zu gegebener Zeit. Es ist die klare Absicht der Gesellschaft, bei Wiedereinsetzen eines normalen Geschäftsgangs und einer ausreichenden Kapitalausstattung, die Aktionäre in den Folgejahren mit Sonderdividenden so am Ergebnis zu beteiligen wie vor der Kürzung. Dieses Vorgehen wurde auch 2009 und 2010 praktiziert.

Hauptversammlung in deutlich reduziertem Umfang

Die Hauptversammlung soll wie geplant am 6. Mai 2020 stattfinden. Derzeit wird die Durchführung als Online-Hauptversammlung, entsprechend der erwarteten Aktiengesetzänderung, geprüft. „Sollte die Hauptversammlung in persönlicher Anwesenheit der Aktionäre durchgeführt werden können, werden wir aufgrund der besonderen Situation weitestgehend auf die Verpflegung der Aktionäre verzichten", erläutert Dr. Stadelmann.

www.rational-online.com


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