Unox erweitert sein Portfolio an intelligenten Profiöfen um die multifunktionalen Verarbeitungssysteme von Roboqbo mit der Vision, Prozessautomatisierung in professionellen Küchen weltweit zugänglich zu machen.
Unox hat 100 Prozent des Gesellschaftskapitals von Roboqbo übernommen – einem Anbieter für automatisierte Systeme zur Lebensmittel- und Kosmetikverarbeitung. Mit der Übernahme erweitert der Hersteller professioneller Öfen für Gastronomie, Retail, Patisserie und Bäckerei sein Angebot um robotergestützte und hochautomatisierte Lösungen, die Prozesse der Vorbereitung und Zubereitung abdecken, die außerhalb des Ofens stattfinden. Der Schritt stärkt nach Unternehmensangaben das strategische Ziel der Gruppe, ein vollständig integriertes Technologie-Ökosystem für die automatisierte Profiküche bereitzustellen.
Roboqbo wurde 1978 in Bentivoglio (Bologna, Italien) gegründet und hat sich zu einem anerkannten Hersteller von Automationssystemen für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie entwickelt – mit starkem Fokus auf Forschung und Innovation. Im Jahr 2024 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von rund 17 Millionen Euro und beschäftigt etwa 120 Mitarbeiter. Das Qbo Universal Processing System soll aus Sicht des Herstellers Produktionsabläufe in professionellen Küchen und Patisserie-Laboren revolutionieren. Eine einzelne Maschine führt Prozesse aus, für die üblicherweise mehrere Geräte benötigt werden – etwa Knetmaschinen, Cutter, Fleischwölfe, Pasteurisatoren oder Kochkessel. Das Ergebnis: höhere Effizienz, Präzision, Sicherheit und reproduzierbare Qualität.
Effekte der Übernahme sollen bereits 2026 sichtbar sein
„Diese Übernahme ermöglicht es uns, ein neues Technologiepaket voll auszuschöpfen und damit unsere Mission zu stärken, intelligente Lösungen für die Anforderungen von Foodservice-Profis bereitzustellen“, erklärt Nicola Michelon, CEO von Unox. „Durch die Integration der Roboqbo-Systeme in unsere intelligenten Cheftop- und Bakertop-Öfen wollen wir unseren Kunden eine vollständig integrierte Plattform anbieten, die sämtliche Schritte der Lebensmittelvorbereitung und -zubereitung abdeckt. In den kommenden Monaten werden wir mit der Integration unserer Vertriebs- und Servicenetzwerke im globalen Foodservice-Equipment-Sektor beginnen – mit dem Ziel, die Volumina und den Umsatz von Roboqbo schnell zu steigern und die Voraussetzungen zu schaffen, zusätzliche Ressourcen für Forschung & Entwicklung und Operations bereitzustellen. Die Aktivitäten von Roboqbo im Kosmetikbereich werden wir zusätzlich durch gezielte Investitionen in Marketing und Marktentwicklung stärken. Die vollständige Integration in unsere technologische Infrastruktur und Lieferkette wird etwa drei Jahre in Anspruch nehmen, jedoch zusätzliche kommerzielle und industrielle Synergien schaffen – mit positivem Einfluss auf das Gebiet von Bentivoglio, wo Roboqbo seit jeher verwurzelt ist, sowohl hinsichtlich Beschäftigung als auch lokaler Strukturen. Wir erwarten, dass sich die positiven Effekte dieser Akquisition bereits im Gruppenumsatz 2026 widerspiegeln werden, den wir bei rund 400 Millionen Euro prognostizieren.“
Roboqbo wird seine Standorte und Produktionsaktivitäten weiterhin in Bentivoglio (Bologna) beibehalten – im Herzen der italienischen Food Valley – und dort die Lösungen weiterentwickeln, die das Unternehmen zu einem internationalen Branchenbenchmark gemacht haben.
Die Übernahme erfolgt vor dem Hintergrund fundamentaler Veränderungen in der Gastronomiebranche: Fachkräftemangel, Schwierigkeiten bei der Rekrutierung, die Notwendigkeit konstanter Qualitätsstandards und der Bedarf an höherer Prozessflexibilität stellen zentrale Herausforderungen dar.
Die Kombination aus intelligenten Öfen und neuen Generationen multifunktionaler Verarbeitungsroboter bietet eine konkrete und technologisch fortschrittliche Antwort: smarte, vielseitige Systeme, die Vorbereitungs- und Kochprozesse automatisieren und gleichzeitig Reproduzierbarkeit, Produktivität und Bedienbarkeit fördern. Automatische Reinigung, vereinfachte Wartung und vorkonfigurierte Programme erleichtern zusätzlich den Küchenalltag – insbesondere bei Personalknappheit.
Neues Ökosystem
Ziel von Unox ist es daher, neben seinem bestehenden Portfolio ein neues Ökosystem an automatisierten und individuell anpassbaren Werkzeugen zu etablieren, dass die Kochmöglichkeiten erweitert und Fachkräfte im Foodservice umfassend unterstützt.
„Wir stehen an einem entscheidenden Moment in der Geschichte von Unox“, sagt Enrico Franzolin, Unox-Präsident. „Diese Übernahme ist keine klassische Wachstumsstrategie über Akquisitionen, sondern ein gezielter Schritt zur organischen Wertschöpfung – durch Investitionen in Technologie, Infrastruktur und vor allem in neue Entwicklungschancen für unsere Mitarbeitenden. Wir sind überzeugt, dass wir dank unserer globalen Vertriebsplattform den Umsatz von Roboqbo innerhalb der nächsten sechs bis acht Jahre verdreifachen können.“

