Reportage & Interview | 15.11.2018

„Unser Ziel: Speisereste in den Energiekreislauf zurückführen“

Fotostrecke Ob Restaurant- oder Großküche, fürjede Art und Größe hat Meiko Greeneine passende Lösung zur Abfallentsorgungparat oder entwickelt sie / Foto: Meiko Green

Im März war Meiko Green auf der Internorga die Überraschung. Quasi „über Nacht“ verschwand der Name BioTrans vom Markt, da sich die Schweizer Firma für eine Kooperation mit Meiko und für die Neugründung eines Unternehmens unter dem neuen Namen entschlossen hatte. Das Wie, Warum und was die Zukunft bringen soll, beantwortet uns Geschäftsführer Patrick Hoffmann.

Herr Hoffmann, wie kam es zu der gemeinsamen Entscheidung von BioTrans und Meiko, zusammenzuarbeiten?

Was den Blickwinkel auf Speisereste anbelangt, waren beide Unternehmen im Grunde so etwas wie „Brüder im Geiste“. Sowohl BioTrans als auch Meiko erkannten Speisereste und organische Abfälle schon vor Jahren als Energieträger und Ressource. Ein Energieträger, der zwangsläufig anfällt, sobald eine Gastronomie betrieben wird. Denken Sie nur an Kerne, Schalen oder Gräten, für die es schlichtweg keine Verwendung mehr gibt, die im Laufe der Zeit aber in rauen Mengen anfallen. Hinzu kommt natürlich alles, was vom Gast auf dem Teller zurückbleibt. Diese Ressource liegt also faktisch vor und die bisherigen Lösungen wie bloßes Sammeln in Kübeln waren weder hygienisch noch wirtschaftlich und ließen meist auch zu wünschen übrig, wenn optimale Arbeitsprozesse in den Fokus rücken. Es gibt also zahlreiche Gründe dafür, sich diesem Thema in einer angemessenen und intelligenten Weise zu widmen – auch handfeste ökonomische Gründe wohlgemerkt. Dem steht ein Bewusstseinswandel gegenüber, der sich in der Gastronomie und auf Seiten der Konsumenten gleichermaßen vollzieht. In den vergangenen Jahren hat hier eine deutliche Sensibilisierung stattgefunden. Das ist auch gut so, denn das Thema bringt eine gewisse Verantwortung mit sich, der sowohl Meiko als auch BioTrans von Anfang an Rechnung trugen. Das Wertefundament beider Unternehmen war genauso im Gleichklang wie der hohe Anspruch an die Qualität der Maschinen und die Kompetenzen, was maßgeschneiderte Lösungen und Top-Service anbelangt. Was ist anschließend konkret aus dem Zusammenschluss entstanden? Entstanden ist ein Sortiment aus Vakuum- und Pumpsystemen, Leitungsbau und Tanklösungen, das in dieser Breite und fachlichen Tiefe einmalig ist. Flankiert wird es von planerischem Know-how und einer Vertriebsstruktur, die sich im Laufe von vielen Jahrzehnten weltweit entwickelt und als feste Größe in den Märkten etabliert hat. So kamen also erstklassige Technik und eine marktdurchdringende Organisation zusammen. Die Devise war: Stärken bündeln und Synergien schaffen. Auf diese Weise ist Meiko Green bestens auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet und kann den Markt umfassend bedienen. Das Ziel ist, wirtschaftliche und hygienische Lösungen zu bieten und den wertvollen Rohstoff Speisereste in den Energiekreislauf zurückzuführen. 

Auf welchen Märkten sehen Sie das größte Wachstumspotenzial für Ihr Unternehmen und wie möchten Sie vorgehen, um sich in diesen zu etablieren?

Im ersten Schritt konzentriert sich die Meiko Green auf die DACHRegion, wo bereits eine Vielzahl von namhaften Projekten erfolgreich umgesetzt wurde. Das Potenzial kennt allerdings keine geografischen Grenzen und so ist unsere Ausrichtung im zweiten Schritt ganz klar global ausgerichtet und wird an das weltweite Vertriebsnetz anknüpfen. 

Wer ist Ihr typischer Kunde?

Im Grunde genommen profitiert jeder gastgewerbliche Betrieb von unseren Lösungen, da wir für jede Größenordnung und bauliche Besonderheit eine entsprechende Lösung parat haben oder entwickeln. Kurz: Wo Speisereste und Küchenabfälle anfallen, da ist unser typischer Kunde zu suchen – ob an Land oder zu Wasser. Im Grunde sprechen wir also vom gesamten Bereich der Gastronomie und Hotellerie, einschließlich der Systemgastronomie, aber auch dem Segment Care und natürlich jeder Form von Gemeinschaftsverpflegung. Selbst Bäckereien mit einem bestimmten Volumen an organischem Abfall sind unsere Kunden.

Was bietet Meiko Green seinen Kunden beziehungsweise was dürfen potenzielle Kunden aus der Gastronomie und Hotellerie von Ihrem Unternehmen erwarten?

Wir sprechen von Lösungen, die sich ökonomisch und ökologisch rechnen und die vor allen Dingen aus einer Hand stammen. Das heißt: Wir sind vom Erstgespräch bis zum gesamten After Sales Service der Partner an der Seite unserer Kunden. In jeder Phase des Gesamtprozesses sind wir zur Stelle, beraten, analysieren den Status quo, entwerfen individuelle Lösungen, setzen sie in der Praxis um, schulen vor Ort und sind auch danach der zuverlässige Ansprechpartner für alle Belange. Wir betreuen also den gesamten Prozess und am Ende steht eine Lösung, die analog dazu die gesamte Handhabe der Speisereste beinhaltet: Von der Eingabestation bis zur geruchsneutralen Lagerung und der Abholung der Biomasse. Konkret resultiert all das in barem Geld, verbesserten Arbeitsabläufen und echter Nachhaltigkeit, indem Energie erzeugt wird, die dem Energiekreislauf zurückgeführt wird. 

Über welche Kanäle sprechen Sie Ihre Kunden an?

Beim Thema Vertrieb kommt bei uns ein bunter Strauß aus klassischen und neuen Kanälen zum Tragen. Damit ist die Bereitstellung von Informationen via Broschüren, Internet und bald auch Social Media gemeint, aber auch die Verbandsarbeit und natürlich unsere Präsenz auf Fachmessen. Über alledem stehen das enge Verhältnis, das wir zu unseren Fachhändlern pflegen und der persönliche Austausch vor Ort durch unsere Regionalleiter. Unsere Lösungen bringen mit sich, dass der persönliche Austausch großgeschrieben wird und wir früher oder später miteinander sprechen werden, auch wenn alle Instrumente stets Hand in Hand gehen. 

Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Fachhändlern und -planern?

Hier zeigt sich die Vertriebsstruktur von Meiko, die im Verlauf von über 90 Jahren weltweit gewachsen ist und sich durch den besonderen Stellenwert der Fachhändler und -planer auszeichnet. Diese Philosophie ist auch Teil der DNA von Meiko Green, wodurch wir von Anfang an auf eine optimale Anbindung an den Fachhandel zurückgreifen können und entsprechende Partnerschaften eingehen.

Müssen Fachhändler bestimmte Kriterien erfüllen, um Partner von Meiko Green zu werden?

Wir stehen unseren Kunden vom ersten Tag an als Partner zur Seite und begleiten den gesamten Prozess mit der umfassenden Lösung aus einer Hand. Dementsprechend ist für uns essentiell, dass der Fachhandel sich nicht auf den bloßen Abverkauf von Maschinen beschränkt, sondern das Projektgeschäft an erster Stelle steht. Hinzu kommt natürlich ein Portfolio an Kunden, die den Bedarf einer solchen professionellen Lösung haben. Abgesehen davon ist natürlich ein grundsätzliches Bewusstsein darüber gefragt, welche enormen Vorteile Speiseresteanlagen für alle Bereiche der Gastronomie mit sich bringen; vom Hygiene- Plus über verbesserte Arbeitsprozesse bis hin zu deutlichen Einsparungen von Kosten im Vergleich zu bisherigen Strukturen der Lagerung und Abholung. Vom Aspekt der Nachhaltigkeit ganz zu schweigen. Speisereste nur als bloßen Abfall zu begreifen, wäre natürlich fatal. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Fachhändler und -planer über dieses Bewusstsein verfügen, da sie selbst bestrebt sind, ihren Kunden optimale Lösungen anzubieten. Es gilt also auch von Partnerseite aus, für die Vorteile dieser Systeme zu sensibilisieren. Im Grunde ist es aber auch auf Seiten der Fachplaner und des Fachhandels recht einfach – sobald die Frage „Wohin mit den Speiseresten?“ im Raum steht, kommen wir ins Spiel und stehen den Fachpartnern zuverlässig zur Seite. 

Welche Rolle spielen Schulungen für Ihr Unternehmen? Sind Ihre Produkte weitestgehend selbsterklärend oder braucht es Einweisungen für die Anwender?

Schulungen spielen auf mehreren Ebenen eine große Rolle. Intern sind wir an die etablierte Meiko Academy als Institution zur Fortbildung bei Meiko angebunden. Hier wird ein breites Spektrum an fachlichen, technischen und persönlichen Kompetenzen durch einen professionellen Trainerstab vermittelt. Auf Kundenseite herrscht jedoch ebenso Klarheit und Sicherheit, da wir alle Beteiligten in jedem Projekt von Anfang an einbinden und betreuen. In puncto Schulung schließt das die verkäuferischen Schulungen direkt vor Ort ein und beinhaltet auch technische Schulungen, die in Offenburg stattfinden. Jegliches Wissen, das für die unterschiedlichen Phasen und Kanäle notwendig ist, wird im persönlichen Austausch bereitgestellt. Dann sind da natürlich auch noch unsere Regionalverkaufsleiter, die immer zur Stelle sind, wenn doch einmal offene Fragen aufkommen sollten. Sie begleiten selbstverständlich auch den Prozess der Installation von Anfang an. Das Gleiche gilt übrigens für unsere flächendeckende Servicestruktur, die auf dem mehrfach ausgezeichneten Meiko Service fußt. Fachpartner und Anwender werden also zu keiner Zeit alleingelassen. Was unsere Maschinen anbelangt, ist es denkbar einfach: Unser Anliegen ist, dass sich ein Endkunde explizit keine Gedanken mehr zum Thema Speisereste machen muss. Das heißt: Alle anfallenden organischen Abfälle werden einfach in die Eingabestation gegeben. Öffnen, Abfälle rein, schließen und das Programm starten – fertig. Alles Weitere – Zerkleinerung, Weiterleitung, Lagerung, Abholung – verläuft ohne weiteres Zutun. 

Welche Services bieten Sie Ihren Kunden außerdem?

Der gesamte Prozess beginnt beispielsweise mit einer eingehenden Analyse vor Ort. Wie sehen die derzeitigen Abläufe aus, wie wird mit dem Thema Speisereste bislang umgegangen, wie steht es um die räumlichen Gegebenheiten? Diese und weitere Fragen sind essentiell für das gesamte Projekt, denn keine Küchenorganisation gleicht der anderen. Mit dieser eingehenden Analyse beginnt also unser Schaffen und sie bildet ein exaktes Fundament für alles Weitere, das dann folgt. Von diesen konkreten Phasen zu Beginn einer Zusammenarbeit abgesehen, wird es natürlich auch regelmäßige Events und Veranstaltungen geben, zu denen wir einladen, um Maschinenbetreiber und Fachpartnern einen echten Mehrwert zu bieten. Hier dürfen Sie definitiv gespannt sein.

www.meiko-green.com

Das Interview erschien in Trendkompass 10-2018. Die Fragen stellte Yvonne Ludwig-Alfers.


FACTS

 

Anfang des Jahres gründeten Meiko und das Schweizer Unternehmen BioTrans gemeinsam das neue Unternehmen Meiko Green Waste Solutions

 

Beide Firmen sind Pioniere auf dem Gebiet, anfallende Küchenabfälle als wertvollen Rohstoff durch technische Anlagen zum Sammeln und Verwerten in den Energiekreislauf zurückzuführen

 

Geschäftsführer ist Patrick Hoffmann, der 2006 BioTrans gründete

 

Die Meiko Green-Lösungen für das Abfallmanagement werden für jeden Betrieb im Gastgewerbe maßgeschneidert


 


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