Management & Organisation | 04.08.2020

Sortimentserneuerung und schwere Corona-Auswirkungen

iVario Pro Rational Brokkoli Trotz der Corona-Auswirkungen startete Rational im Mai eine Innovationsoffensive. So ersetzt nun das neue iVario Pro den Vorgänger VarioCookingCenter / Foto: Rational

„Im zweiten Quartal 2020 hat COVID-19 unser Unternehmen mit voller Wucht getroffen", leitet der Vorstandsvorsitzende seinen Brief an die Rational-Aktionäre im Halbjahresbericht ein. Die Kunden von Rational aus der Gastronomie- und Tourismusbranche gehören zu den am härtesten von den Regierungsmaßnahmen betroffenen Bereichen. Rational verzeichnete daher einen Umsatzrückgang von 25 Prozent im ersten Halbjahr 2020.

Der Umsatzrückgang um 43 Prozent im zweiten Quartal von 205,1 Millionen Euro auf 116,8 Millionen Euro ist die Folge dieser Entwicklung. Dies hatte sich bereits zum Ende des ersten Quartals beziehungsweise zu Beginn des zweiten Quartals anhand deutlicher rückläufiger Auftragseingänge angedeutet. Getrieben wurden die Auftrags- und Umsatzeinbußen durch die Maßnahmen der Regierungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und die deshalb fehlende Geschäftsgrundlage für viele Kunden von Rational. Dies war in allen Regionen der Welt spürbar, insbesondere aber in den wirtschaftlich schwächeren Märkten wie beispielsweise Südamerika. Je umfassender die Maßnahmen in den jeweiligen Märkten ausfielen, umso mehr waren die Investitionsbereitschaft und -fähigkeit der Kunden beeinträchtigt.

Für das erste Halbjahr resultiert daraus ein Umsatz von 298,0 Millionen Euro nach 399,4 Millionen Euro im Vorjahresvergleichszeitraum. Der Umsatzrückgang beträgt somit 25 Prozent.

Vollständig neue Produkte

Ein wichtiger Grund, dass der Umsatz nicht noch mehr eingebrochen ist, ist nach Ansicht von Stadelmann die Neueinführung beider Gerätegenerationen, die zu vielen Erstbestellungen von Kunden, Händlern und Einkaufsverbänden geführt hat und nicht zuletzt auch zu einem Nachholeffekt. Insbesondere in Deutschland war dies der Fall.

In den letzten Wochen hatten Kunden, Lieferanten und Rational selbst stark mit den COVID-19-Maßnahmen zu kämpfen. Dennoch hat Rational zusammen mit seinen Geschäftspartnern die größte Produktumstellung der Unternehmensgeschichte gemeistert. Am 5. Mai 2020 begann in Europa eine mehrwöchige Innovationsreise. Mit dem iCombi Pro wurde der Nachfolger des SelfCookingCenter eingeführt, mit dem iCombi Classic der des CombiMaster Plus und am 16. Juni 2020 folgte das iVario Pro, welches das VarioCookingCenter ersetzt.

Darüber hinaus wurde auch die digitale Plattform ConnectedCooking, mit der alle Rational-Geräte vernetzt, gesteuert, überwacht und optimiert werden, überarbeitet. Neue Funktionen, wie zum Beispiel ein Hygienemanagement-Modul werden seit Februar als kostenpflichtige Software-Module vertrieben.

„Eine solche Umstellung allein ist schon eine Herkules-Aufgabe. Sie unter COVID-19- Bedingungen zu meistern, gelingt nicht vielen Unternehmen. Wir haben es nur dank unserer Unternehmer im Unternehmen, den U.i.U.s, geschafft. An dieser Stelle ein großes Lob und ein noch größeres Danke an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das mit größtem Einsatz, höchster Flexibilität und Pflichtbewusstsein vollbracht haben", spricht Dr. Stadelmann den Rational-Mitarbeitern seine Anerkennung aus.

Komplett neue Vertriebswege

Aufgrund der Kontaktbeschränkungen musste das Unternehmen neue Wege finden, um in dieser schwierigen Zeit für Kunden da sein zu können. Wegen des Veranstaltungsverbots wurde die Markteinführung der neuen Gerätegenerationen komplett online durchgeführt. Dabei wurde eine Reichweite von mehr als 25 Millionen Kontakten über alle sozialen Netzwerke hinweg erreicht. Der Verkehr auf der Website des Unternehmens ist um über 50 Prozent höher als im Vorjahr.

Positives EBIT im zweiten Quartal

Trotz des drastischen Umsatzeinbruchs ist es Rational im zweiten Quartal gelungen, ein leicht positives EBIT (Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern) von 1,6 Millionen Euro und eine EBIT-Marge von 1,4 Prozent zu erwirtschaften. Nach sechs Monaten erreichte man trotz eines Umsatzeinbruchs von 25 Prozent eine EBIT-Marge von neun Prozent (Vorjahr 25 Prozent) oder ein EBIT von 28 Millionen Euro (Vorjahr 98 Millionen Euro). Nachdem das Unternehmen bereits mit großer Kostensensibilität ins Jahr gestartet war, wurde ab März ein umfangreiches Kosteneinsparprogramm gestartet. Hohe Einsparungen konnten durch weggefallene Messen, Kundenbesuche und -veranstaltungen realisiert werden. Zudem gilt seit März ein gruppenweiter Einstellungsstopp und es wird an den Produktionsstandorten und bei einigen Vertriebsgesellschaften Kurzarbeit eingesetzt.

Geschäftsmodell intakt, langfristiger Ausblick positiv

Das weltweite Potenzial für Rational-Produkte wurde durch die COVID-19-Entwicklung leicht reduziert, bleibt aber nach Einschätzung des Vorstandschefs hoch. „Auch wenn Menschen nicht mehr so viel im Restaurant, dem Flugzeug oder in der Fimenkantine essen werden, so werden sie doch weiter hungrig sein und essen. Sie werden sich stattdessen etwas liefern lassen oder unterwegs etwas Warmes mitnehmen. Die Nachfrage bleibt - Ort und Art ändern sich", erklärt er.

Die Krise dürfte die Anforderungen der Profiküche an Hygiene und Effizienz massiv steigern und damit den Technologien von Rational einen noch stärkeren Wettbewerbsvorteil bringen. Darüber hinaus werde sich durch die Krise der Fachkräftemangel und der Personalwechsel in der Küche weiter verschärfen, was den Einsatz vielseitiger, intelligenter und effizienter Gartechnologie noch wichtiger werden lässt. Einige Kundenbereiche werden von rekordhohen staatlichen Hilfsprogrammen profitieren. Investitionen in das Gesundheits- und Bildungswesen führen, wie nach der Finanzkrise erfahren, zu einem Nachfrageplus in der Gewerbeküchenindustrie.

Rational arbeitet aktuell an Projekten, um Lerneffekte aus der Krise mitzunehmen, um zukünftig Risiken besser einschätzen zu können und die Effizienz der Prozesse zu steigern. „Unsere traditionelle Art, das Geschäft zu betreiben und zu führen, garantiert uns in der Krise Handlungsspielraum und -hoheit. Nicht alle unsere Wettbewerber haben diese vorteilhafte Ausgangslage", ist Stadelmann optimistisch.

Auftragseingänge weiter deutlich unter Vorjahresniveau

Nach sechs Monaten lagen die Umsatzerlöse um 25 Prozent unter Vorjahr. Die Auftragseingänge in den Monaten Juni und Juli lagen in einer ähnlichen Größenordnung unter den Vorjahreswerten. Aufgrund der in diesen Tagen sehr unklaren Nachrichtenlage sieht sich das Unternehmen dennoch auch jetzt noch nicht in der Lage, mittelfristige Prognosen darüber zu machen, wie sich relevante Lebensbereiche dauerhaft verändern werden, welchen Einfluss diese Änderungen auf die Entwicklung der Kunden und damit auf Rational selbst haben werden.

„Alle aktuellen und zukünftigen Einschränkungen des öffentlichen Lebens beeinflussen das Geschäft unserer Kunden und damit auch unseres in erheblichem Maße. Wir sind aufgrund dieser sich schnell ändernden Situation weiterhin nicht in der Lage, eine Prognose für das laufende Jahr abzugeben“, führt Dr. Stadelmann aus.

www.rational-online.com


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